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BIOGRAPHIE


Der Maler, Graphiker und Kunsthandwerker Koloman Moser wird am 30. März 1868 in Wien geboren.


Mit 17 Jahren besteht er die Aufnahmeprüfung an der Akademie der bildenden Künste. Seine Eltern, die von den Plänen ihres Sohns nichts wussten, unterstützen sein Vorhaben, Künstler zu werden. Bis 1892 studiert er an der Akademie, anschließend an der “Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie”. Bereits ab 1888 ist Kolo Moser, wie er sich ab diesem Zeitpunkt nennen wird, als Illustrator und Zeichenlehrer tätig.


1897 wird Moser in die Vereinigung bildender Künstler am Wiener Künstlerhaus  aufgenommen; ein Jahr später ist er Mitbegründer der Wiener Sezession und in Folge regelmäßiger Mitarbeiter bei “Ver Sacrum”. Bis 1903 wird er rund 140 Illustrationen für die Zeitschrift entwerfen. Er gestaltet den Fassadenschmuck und ein Glasfenster für das neu eröffnete Sezessionsgebäude. Ebenso entwirft Kolo Moser Alegorien für Otto Wagners Wohn- und Geschäftshaus und gestaltet Entwürfe für den Stofferzeuger Backhausen.

Ab 1899 ist der Künstler als Lehrer, und bereits ein Jahr später als Professor an der Wiener Kunstgewerbeschule tätig; er wird hier Zeit seines Lebens unterrichten. Moser bereist ausgiebig Deutschland und arbeitet mit bekannten Künstlern seiner Zeit wie Carl Moll und Josef Hoffmann zusammen. Hoffmann gestaltet auch das Haus auf der hohen Warte, in das Kolo Moser 1902 ziehen wird. Die Möbel sind seine eigenen Entwürfe.


1903 gründet Moser gemeinsam mit Josef Hofmann und Fritz Waerndorfer die “Wiener Werkstätte”, deren Stil er maßgeblich beeinflussen wird. Neben Interieurs werden hier nach Mosers Entwürfen Möbel, Schmuck, Werke aus Leder und Metall wie auch Spielzeug designt. Regelmäßig ist er auch für die Raum- und Kataloggestaltung der Wiener Sezession zuständig. Weiters gestaltet der Künstler die Interieurs für das Sanatorium Purkersdorf und den Modesalon der Schwestern Flöge.

KOLOMAN MOSER (1868 - 1918)

KM

KM mit seiner Frau und den beiden Kindern

1907 scheidet Kolo Moser nach Differenzen mit Fritz Waerndorfer aus der Wiener Werkstätte aus. Er reist mit seiner Frau nach Venedig und wendet sich wieder dem Malen zu, das er 1897 zugunsten seiner Designertätigkeit aufgegeben hatte. Der Geist des dekorativen Jugendstils der Jahrhundertwende ist in seinen Gemälden zwar immer noch spürbar, dennoch sticht die neuartige Farb- und Formgebung hervor. Sein Stil ändert sich grundlegend: war er in seinen Anfangsjahren ganz vom Impressionismus beeinflusst, wird er ab jetzt unter dem Einfluß des Schweizer Malers Ferdinand Hodler malen. 1911 wird er in der Galerie Miethke 53 Bilder präsentieren.


In den letzten Jahren seines Lebens gestaltet Moser die Ausstattungen zahlreicher Theaterstücke und Opern und entwirft Briefmarken. Er stellt in Rom, Mannheim und Budapest aus, ebenso bei der Wiener Kunstschau der Berliner Sezession.

Selbstporträt um 1910

EnglishKolo_MOSER_-_Life_and_Work.html

1905 tritt Moser gemeinsam mit der sogenannten Klimt-Gruppe aus der Wiener Sezession aus. Er heiratet Editha Mautner v. Markhof, mit der er zwei Kinder haben wird. Im Dezember gestaltet er gemeinsam mit Josef Hoffmann die Ausstellung der Wiener Werkstätte in den neuen Räumlichkeiten der Galerie Miethke.

Am 18. Oktober 1918 stirbt der Universalkünstler Kolo Moser an einer unheilbaren Krebserkrankung im Mundraum. Seine auch international anerkannte Bedeutung für die österreichische Kunstgeschichte liegt in seinen einzigartigen Leistungen im Bereich der Malerei und des Kunstgewerbes.